Foto meets Tanz – 5 Dinge, die Fotografie und Tanzen verbinden

Auf den ersten Blick wirken Tanz und Fotografie wie Gegensätze. Fotografie hält fest. Tanz vergeht. Ein Bild bleibt, eine Bewegung ist im nächsten Moment schon vorbei. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt schnell, dass sie mehr verbindet, als man zunächst ahnt.

In diesem Beitrag geht es nicht darum, wie man Tanz fotografiert. Es geht darum, warum Tanz und Fotografie für mich zusammengehören – und warum meine Arbeit als Tanztrainer, Choreograf und Fotograf aus dieser Verbindung stärker wird.

1. Das Timing entscheidet

Der richtige Moment entscheidet alles – beim Einsatz auf dem Parkett genauso wie beim Auslösen der Kamera. Als Tänzer muss ich den Takt hören, den Beat fühlen und im richtigen Moment reagieren. Zu früh oder zu spät – und die Wirkung ist weg.

Was ich an Fotos mag, ist, dass sie einen Moment festhalten, der für immer weg ist und den man unmöglich reproduzieren kann.

In der Fotografie ist es nicht anders. Der entscheidende Ausdruck, ein Blick oder ein Lichtmoment existieren oft nur für Sekundenbruchteile. Wer Timing beherrscht, lernt abzuwarten, präsent zu sein und im richtigen Moment zu handeln.

2. Miteinander zum Erfolg

Ob auf dem Parkett oder vor der Kamera: Meine Arbeit beginnt immer mit Vertrauen. Weder Tanzen noch Fotografieren funktioniert allein. Es braucht Verbindung.

 

Als Tanztrainer und Choreograf ist es meine Aufgabe, diesen Raum zu schaffen: Orientierung geben, Sicherheit vermitteln, Vertrauen aufbauen. Erst dann können andere glänzen. Genauso arbeite ich als Fotograf. Ich dränge mich nicht in den Vordergrund, sondern begleite, beobachte und gebe Impulse. Wenn sich mein Gegenüber gesehen und verstanden fühlt, entsteht echte Präsenz.

3. Kommunikation ohne Worte

Tanz ist eine Sprache, die keine Wörter braucht. Ob Leidenschaft, Freude oder Melancholie – der Körper erzählt die Geschichte. Die Fotografie verfolgt genau dasselbe Ziel. Ein wirklich gutes Foto ist nicht technisch perfekt, es transportiert ein Gefühl.

 

In beiden Bereichen lerne ich ständig, wie man Emotionen sichtbar macht: einmal durch Bewegung und Körpersprache, einmal durch Licht, Schatten und Perspektive. Es geht darum, das Unsichtbare sichtbar zu machen.

4. Technik vs. Kreativität

Sowohl Tanz als auch Fotografie basieren auf einem soliden technischen Fundament. Man muss die Grundschritte beherrschen, die Haltung trainieren oder eben Blende, Verschlusszeit und ISO verstehen. Aber Technik allein macht keine Kunst.

 

Erst wenn man die Regeln so gut beherrscht, dass man nicht mehr über sie nachdenken muss, beginnt die eigentliche Kunst. Dann entsteht der Flow beim Tanzen und der eigene Stil beim Fotografieren.

We are all storytellers. We all live in a network of stories. There isn’t a stronger connection between people than storytelling.

5. Storytelling

Am Ende geht es in beiden Welten um dasselbe: Geschichten zu erzählen. Nicht perfekt, aber echt. Eine Balleröffnung ist keine Abfolge von Schritten – sie ist eine Geschichte mit Spannungsbogen. Ein gutes Veranstaltungsfoto ist kein Zufallstreffer – es ist ein bewusst gewählter Ausschnitt einer Geschichte.

 

Jedes Bild und jede Performance hat eine eigene Dramaturgie, die auf die eigene kreative Handschrift wartet. Egal ob auf dem Parkett oder hinter der Kamera, für mich gilt immer: Es soll nicht perfekt sein, sondern einzigartig.

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Fazit

Natürlich sind Tanz und Fotografie zwei eigenständige Bereiche meines Lebens. Oft genieße ich genau diesen Unterschied. Doch am Ende des Tages folgen beide derselben Haltung: den Moment ernst zu nehmen, Menschen sichtbar zu machen und etwas zu erschaffen, das bleibt.